Freilandmuseum

Deutsch-deutsches Freilandmuseum  mit Mahn- und Gedenkstätte zur deutschen Teilung

Das Deutsch-deutsche Freilandmuseum ist im Jahr 2003 unter Teilnahme zahlreicher ideeller Partner an der thüringisch-bayerischen Landesgrenze gegründet worden. Kernbereich des Freilandmuseums sind die im Jahr 1999/2000 entstandene Mahn- und Gedenkstätte bei Behrungen/Thüringen und eine frühere Grenzinformationsstelle mit Aussichtsturm in Rappershausen/Bayern. Alle Teilbereiche des Freilandmuseums liegen im ehemaligen Grenzabschnitt 44.

Logo Freilandmuseum

Die Ortschaften Behrungen und Berkach in Thüringen sowie Rappershausen in Bayern fungieren als Denkmalorte des Freilandmuseums.

Die Idee und Realisierung des Deutsch-deutschen Freilandmuseums geht auf private Initiatoren zurück, diese betreuen bis heute die musealen Anlagen. Die Anlage der Mahn- und Gedenkstätte umfasst die komplette Grenzstaffelung der ehemaligen DDR. Zahlreiche staatliche Schutzstellungen als Baudenkmalensemble sowie Archäologisches Bodendenkmal sind seither ausgesprochen worden. Das ausdrückliche Anliegen der privaten Initiatoren ist es, die Grenzsituation möglichst authentisch zu vermitteln. Da es zur Zeit der deutschen Teilung keinerlei Geschäftsbetrieb an der Grenze auf DDR-Gebiet gab sind im gesamten Areal des Freilandmuseums keinerlei Zusatzangebote wie z.B. Cafeteria, Eisstand, Souvenirverkauf u.a. zu finden. Um gewissenhaft und korrekt mit der Teilungsgeschichte, besonders auf dem DDR-Gebiet umzugehen ist die Ausstellung im Innenbereich des Grenzturms ebenfalls eher schlicht eingerichtet. Die Nüchternheit sowie die militärische Bedrohtheit soll hierbei den Betrachter erreichen.

Die angebotenen historischen Führungen gleichen daher auch in erster Linie einer Zeitreise in die 1970er und 1980er Jahre. Das Deutsch deutsche Freilandmuseum liegt am Streckenverlauf der Erlebnisstraße der deutschen Einheit, die denkmalgeschützte Museumsanlage ist mit dem Fahrzeug gut zu erreichen. Der Außenbereich des Freilandmuseums kann jederzeit besichtigt werden. Die einzelnen Stationen sind beschildert.

Historische Führungen sind mit Voranmeldung jederzeit möglich. Teilnehmerzahl, Dauer, Preis für die Führung oder Fragen …

–> Siehe: Besucherservice

Im Areal der Mahn- und Gedenkstätte bei Behrungen/Thüringen finden sich folgende Besichtigungspunkte:

Grenzturm, ehemalige Führungsstelle

FührungsstelleDer von weitem sichtbare Anziehungspunkt des Mahnmals ist der ehemalige Grenzturm mit Kommandeur Führungsstelle. Der ca. 10 Meter hohe Betonplattenbau mit begehbarer Aussichtsplattform wurde 1978 erbaut und war Teil der DDR-Grenzsicherung im Grenzabschnitt 44, Sicherungsabschnitt Hammelbad. Nachdem der Turm in den 1990er Jahren fast in Vergessenheit zu geraden drohte, wurde er 1999 wiederentdeckt. Heute ist der Grenzturm im Rahmen des Deutsch-deutschen Freilandmuseums Besuchermagnet und Dokumentationsstelle mit geschichtlicher Ausstellung zum früheren Grenzabschnitt. Eine Vielzahl von Originalexponaten konnte gesichert und im Rahmen der Ausstellung eingebracht werden. Der Innenbereich des Grenzturmes mit Ausstellung ist nur in Verbindung mit einer historischen Führung für Besucher zugänglich.

Führungsstelle im Deutsch-deutschen Freilandmuseum

 

Schutzstreifen, Grenzsignal- und Sperrzaun mit Tor 21

Ungefähr 300 Meter entfernt in Richtung zur Ortschaft Behrungen, konnte ein 30 Meter langer Teil des ehemaligen Grenzsignal- und Sperrzauns im Original erhalten werden. Die Zaunanlage, welche einst elektrisch geladen war, ist ca. 2 Meter hoch und mit Metallabweisern und Stacheldraht versehen. Betongitter im Boden sind ebenfalls vorhanden. Ein in unmittelbarer Nähe liegendes Feuchtbiotop wurde erweitert und beheimatet bereits eine größere pflanzliche und tierische Artenvielfalt.

In der Nähe zum Kolonnenweg findet sich noch das frühere Durchlasstor Nr. 21 mit diversen Schaltanlagen und einer Anschlusssäule zum Grenzmeldenetz. Eine Drahtseilsperre zeigt die Wirkungsweise der umfänglichen Sicherungsmechanismen der Zaun- und Toranlage.

Für Besucher steht hier, im Eingangsbereich des Freilandmuseums, ein Informationspunkt mit Erklärungen und Erläuterungen zur Verfügung.

Ehemalige Staatsgrenze der DDR

Keine 200 Meter vom Grenzturm, dem Kolonnenweg entlang in Richtung Westen, konnten Teile der ehemaligen Staatsgrenze der DDR erhalten werden. Neben dem Fahrweg aus Betonplatten, dem 6 Meter breiten Spurensicherungsstreifen und dem Kfz-Sperrgraben, welcher mit Betonplatten ausgelegt ist sind auch Teile der Zaunanlage stehen geblieben. Das frühere ca. 23 Meter breite Minenfeld sowie der Geländestreifen des vorgelagerten Hoheitsgebiets der DDR sind gut nachvollziehbar. Markant erscheint hier eine schwarz-rot-gelbe DDR-Grenzsäule, diese symbolisierte ehemals den Verlauf der DDR-Staatsgrenze. Nur noch wenige Schritte trennen nun den Besucher von der einstigen Grenzlinie zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik (heute Thüringen). Hier finden sich auch historische Grenzsteine sowie Farb- und Kunststoffmarkierungen zum ehemaligen deutsch-deutschen Grenzverlauf.

Bayerische Landesgrenze mit Informationspunkt

Bayerische LandesgrenzeAuf der westlichen Seite vermittelt ein Grenzinformationspunkt den Besuchern tiefe Einblicke in die Zeit des Kalten Kriegs in Deutschland. Der bayerische Informationspunkt ist mit Hinweistafeln der Bayerischen Grenzpolizei sowie einer schematischen Darstellung der DDR-Grenzsperranlagen ausgestattet. Erklärungen des Bundesgrenzschutzes z.B. zum vermeintlichen „Niemandsland“ runden das zeithistorische Ensemble ab. So wurden zur Teilungszeit zahlreiche Besuchergruppen vom Zollgrenzdienst, dem Bundesgrenzschutz oder der Bayerischen Grenzpolizei an diese Informationspunkte geführt. Die sachkundige Information über das Sperrsystem der DDR stand hierbei immer an erster Stelle. Gerade dieser unverwechselbare Blick vom sprichwörtlichen „Ende der Welt“ auf die ausgeklügelten Grenzsperranlagen der DDR sitzt auch heute noch tief in den Grenzerfahrungen und Erinnerungen dieser zahlreichen Besucher.

Bayerische Landesgrenze, Infopunkt

Erdbunker der DDR-Grenztruppen

Nicht weit vom Grenzturm entfernt, in südwestlicher Richtung steht der Nachbau eines in den 1960er Jahren erbauten Erdbunkers. Der Originalbunker war seit 1993 verschollen und wurde nach längeren Vermitteln des Grenzlandfonds im Jahr 2000 rückgeführt sowie teilweise mit Originalteilen und mit neuer Betonfertigung wider errichtet. Anschlussteile des Grenzmeldenetzes wurden mit eingefügt.

Bei dem Bunker handelt es sich um einen Einmannbunker, der auch für den Verteidigungsfall vorgesehen war.

Frühere Grenzinformationsstelle in Rappershausen/Bayern

Grenzinformationsstelle

 

Zu den umfänglichen Informationsmöglichkeiten entlang der westlichen Landesgrenze gehörten auch die sogenannten Grenzinformationsstellen. Meistens waren das Räumlichkeiten, welche mit zahlreichen Exponaten und Modellen zur Grenzsituation ausgestattet waren. Im kleinen Ort Rappershausen unweit der ehemaligen deutsch-deutschen Grenzlinie ist eine solche historische Informationsstelle über die Wendejahre hinweg erhalten geblieben. Die Informationsstelle befindet sich im früheren Rathaus von Rappershausen und kann im Rahmen des Freilandmuseums besichtigt werden.

Grenzinformationsstelle Rappershausen

Grenzaussichtsturm Rappershausen/Bayern

Der Aussichtsturm oberhalb von Rappershausen zählt bereits als Landmarke der Grabfeldregion. In der Doppelfunktion als Wasser-Hochbehälter und später für den „Blick nach Drüben“ in die Zone konzipiert hat der Besucher einen weiten Ausblick auf das bayerische und thüringische Grabfeld. Im Rahmen des Freilandmuseums kann der Aussichtsturm besichtigt werden.

Führungen und geführte Exkursionen

Führungen im Areal des Deutsch-deutschen Freilandmuseums finden in erster Linie im Geländestreifen der Mahn- und Gedenkstätte bei Behrungen/Thüringen statt.

Karte GA 44Es gibt auch die Möglichkeit von erweiterten Führungen, z.B. mit der Besichtung der bayerischen Landesgrenze, der Grenzinformationsstelle oder dem Grenzaussichtsturm in Rappershausen/Bayern. Auch ein ca. einstündiger Fußmarsch durch den Grenzabschnitt 44 mit mannigfaltigen Einblicken zur Flora und Fauna dieser geschichtsträchtigen Kulturlandschaft kann durchgeführt werden.

Eine Voranmeldung mit Terminvereinbarung ist für alle Alternativen der Führungen und Exkursionen erforderlich!     

Die zeithistorischen Anlagen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR und der bayerischen Landesgrenze können auch in eigener Regie erforscht und besichtigt werden. Ein Denkmalschutz- und Naturlehrweg führt hier durch Teile des Grenzabschnitts 44.

Fragen zur Dauer der Führung, Teilnehmerzahl, Terminauswahl, Anreise sowie weitere Informationen –> Siehe Besucherservice

Verpflegung/Souvenirverkauf/Übernachtungsmöglichkeiten

Wie von den privaten Initiatoren des Deutsch-deutschen Freilandmuseums vorgegeben wird innerhalb der historischen und denkmalgeschützten Grenzanlagen keinerlei Geschäftsbetrieb getätigt. Das heißt im Areal der Mahn- und Gedenkstätte bei Behrungen befindet sich keine Cafeteria, Eisstand, Getränkeautomat oder Grill-/Picknickplatz. Auch Souvenirs oder Andenken können hier nicht erworben werden. Auch wurde ausdrücklich auf Werbeschilder und PR-Banner verzichtet.

Natürlich muss bei einem Besuch der Freilandmuseumsanlage keiner Verhungern oder gar Durst leiten!

Im näheren Umfeld des Deutsch-deutschen Freilandmuseums befinden sich zahlreiche Gaststätten, Einkaufcenter, Cafes, Hotels sowie Möglichkeiten zum Erwerb von Andenken oder Reiseproviant.

Bitte teilen Se uns Ihre Wünsche mit –> Siehe Besucherservice

Angebot für Historiker, Forscher und Interessenten

Die angebotenen Führungen und Exkursionen in Areal des Deutsch-deutschen Freilandmuseums und der Mahn- und Gedenkstätte erfolgen durchweg in der Kernzone der denkmalgeschützten Grenzanlagen.

Der Grenzaufbau sowie die militärischen Einsatz- und Verteidigungsvarianten wurden mit den Jahren ständig erweitert und umstrukturiert.

Der frühere Grenzabschnitt 44 zählt heute als einer der umfänglichst unter Denkmalschutz gestelltesten Grenzabschnitte entlang der einstigen deutsch-deutschen Grenzlinie. Gerade die zahlreichen Archäologischen Bodendenkmale zählen hierbei als denkmalhistorisch einmalig.

Stehen Sie vor einer Abschlussarbeit, Studien- oder Seminarpräsentation oder einer Doktorarbeit zu dieser Thematik?

Wir geben Ihnen gerne weitreichende und tiefe Einblicke in diese Thematik. Auch spezielle Führungen sind möglich. Fachliteratur ist ebenfalls erhältlich.

Bei weiteren Fragen –> Siehe Besucherservice

Anfahrt

Das Deutsch-deutsche Freilandmuseum, Mahn- und Gedenkstätte liegt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Die Anfahrt kann über die Verbindungsstraße Behrungen-Mendhausen-Wolfmannshausen erfolgen. (Auch Route der Erlebnisstraße der deutschen Einheit) Das Deutsch-deutsche Freilandmuseum ist in den nahen Ortschaften zielführend mit amtlichen touristischen Verkehrshinweisen beschildert.

Die öffentlichen Straßen sind auch mit Reisebussen befahrbar. Innerhalb der Mahn- und Gedenkstätte befindet sich ein Fahrweg aus Betonplatten, dieser kann bei trockenen Wetter auch von Bussen befahren werden.

Fernreisende haben die Möglichkeit über die A 71, Abfahrt Rentwertshausen-Behrungen das Freilandmuseum zu erreichen. Die bayerische Seite des Freilandmuseums liegt in der Ortschaft Rappershausen, diese kann ebenfalls von der A71 erreicht werden. Hier ist die Abfahrt Mellrichstadt-Hendungen zu wählen. Auch von Behrungen/Thüringen ist der Ort Rappershausen auf einer öffentlichen Straße erreichbar.

Bei weiteren Fragen –> Siehe Besucherservice